Borderline – Einmal für jedermann verständlich erklärt.

Warum ich jetzt hier einen Text über Borderline schreibe? Ganz einfach, weil ich diese Diagnose so viel mal gesehen und gehört, so wie gelesen habe, sogar einmal selber bekommen habe von einem Unwissenden Psychiater und dennoch finde ich im Internet keine konkrete, für einen Laien wie mich, verständliche Beschreibung dieser mysteriösen Persönlichkeitsstörung „Borderline“
Kein Wunder also, das nicht einmal Psychiateriater genau wissen, was „Borderline“ genau ist und diese Diagnose nur so um sich werfen, wenn sie nicht weiter wissen (wollen)

Aufgrund meines starken Interesses für Psychologie und meinen intensiven Beschäftigungen mit der „Theory of Mind“ möchte ich hier ein umfassenderes Bild dieser „mysteriösen“ Diagnose abgeben und versuchen es in meinem Verständnis zu erklären, so das selbst Laien die Erkrankung verstehen sollten.

Borderline.
Das ist tatsächlich wie der Name schon anmutet – ein Grenzfall. Und zwar zwischen Realitätsverlust (Psychose) und einer einigermassen realen Realität.
Diese Menschen leben in einem Modus, der sich in Fachsprache „teleologischer Modus“ nennt.
Das ist ein Modus, in dem sich jedes gesunde Kleinkind einmal befunden hat.
In diesem Modus, sind die Gedanken „konkretistisch“ das bedeutet, das was diese Kinder in diesem Moment denken, ist auch Realität. Nur das was diese Kinder in diesem Moment sehen, zählt also.
Natürlich macht das den Kindern dieser zustand Angst, es löst die allerschlimmsten Gefühle in ihnen aus. Und doch ist dier Zustand etwas Gesundes, welcher jeder Mensch einmal durchleben musste.

Das geschieht, weil Kinder noch kein ausreichendes „Ich“ oder „Ich-Bewusstsein“ besitzen und somit noch nicht ausreichend gut über sich Selbst oder andere (Theory of Mind) nachdenken können.
Ei „Ich“ dient ja sozusagen als „innerer Raum“ in dem Probleme und die Realität bewertet werden können.

Wenn jetzt also ein solches Kind, welches sich noch im teleologischen Modus befindet, denkt unter dem Bett ist ein Krokodil, dann wird es nicht nachschauen, es ist überzeugt, das es da ist und bekommt eine schier endlose Angst. Hätte es ein „Ich“, würde es annehmen können, dass unter dem Bett ja keines ist, da es nicht rational ist.

Hier ist die Aufgabe der Eltern enorm wichtig, die dem Kind erklären müssen, das die Gedanken des Kindes eben nicht die Realität bedeuten. Die Eltern helfen dem Kind, ein „Ich“ zu bekommen, in dem sie die Gefühle und Fantasien des Kindes „Containen,“ das heisst nehmen sie in sich auf und geben sie dem Kind wieder „verdaubar“ zurück damit das Kind seine eigenen Gefühle erkennt und einordnen kann. Das Kind beruhigt sich dann.
Die Eltern spiegeln das Kind, aber in beruhigender Art und weise. Es lernt dadurch sich selbst kennen und endeckt seinen Körper. Ein „Ich“ entsteht.

Sehr wichtig dabei ist, das die Eltern sich dabei nicht zu sehr von den Gefühlen (und seien es noch so ängstliche, oder wütende) des Kindes anstecken lassen und dabei selbst hilflos wirken, sondern standhaft bleiben und dem Kind ein guter Führer sein und zeigen wie man damit angemessen umgeht. Es lernt darauf, angemessen seine Gefühle zu regulieren und sich selbst zu beruhigen.

Was geschieht aber jetzt, wenn die Eltern unzureichend, oder sogar gar nicht da sind, um die Gefühle und Fantasien des Kindes zu „containen“?
Oder wenn nun traumatisierungen geschehen, die der Kinderseele schaden und dessen Gefühle es nicht versteht und nicht einordnen kann?

Jeder kann sich ja wohl denken, wie schlimm es ist, wenn ein Kind meint, seine Gefühle oder Fantasien seien bedrohlich und Lebensecht und dabei nur unzureichend unterstützt wird, oder wenn ein Kind Traumas erleben muss und dabei einfach hilflos sich selbst überlassen wird, ohne Führer der dem Kind das alles angemessen erklärt.
Das Kind ist alleine gelassen, es fürchtet sich, es versteht die Welt nicht.
Die Gefühle überrumpeln es, die schrecklichen Bilder auch und keiner kann ihm dabei so richtig helfen.
Es bräuchte Menschen, die sich um ein solches Kind kümmern, es ausreichend spiegeln, zeigen das die Gefühle und Bilder nicht bedrohlich und Lebensecht sind.

Sind aber keine da…dreht sich die Abwährtsspirale….

Das Kind droht in die Psychose (Realitätsverlust) abzurutschen weil es die Realität nicht versteht und auch frustriert ist das niemand da ist oder nur unpassende Menschen und droht im allerschlimmstenfall Schizophren (totaler Realitätsverlust) zu werden.

Es fängt aus allerletzer Not an sein „Selbst“ zu spalten, um ordnung in seiner Psyche zu schaffen. Es spaltet sich selbst und somit die Menschen und die Umwelt in „Gut“ und „Böse“ Die Kindern entwickeln nur ein unzureichendes „ich“ welches nur vom Moment abhängig lebt (Was in diesem Moment passiert – ist die Realität – und nichts anderes!)
Diese Menschen besitzen keine Idenität, sondern nur eine die gerade hier und jetzt existiert. Morgen ist dieselbe Person schon jemand anderes und übermorgen jemand ganz anderes, aber nie gleich.
Borderliner besitzen wenig „typisches“ weil sie keine Identität haben.

Das Kind bekommt also eine Borderline, die Zwischenstufe sozusagen, zwischen Schizpohrenie und „normaler kindlicher Mensch“
Ab diesem Tag, wird es die Menschen und sich selber nicht mehr ganzheitlich wahrnehmen, sondern nur noch als Gut und Böse. Die Mutter wird als „Wunscherfüllerin“ der Bedürfnisse (Nahrung, Kelidung, Schutz) als gut angeschaut, jedoch macht sie ewas was dem Kind wiederspricht ist sie dann eine „böse Mutter“ Das Die Mutter aber gleichzeitg gut und böse sein kann, das ist dann nicht mehr möglich. Und um die Liebe zu der Mutter zu erhalten, wird es vieles dafür tun, damit nicht die „böse“ Mutter herauskommt.
Ebenso bleibt das Kind für immer in diesen niedrigen Entwicklungsstufe stecken, in diesem „teleologischen Modus“ und dem „Äquivalenzmodus“ (auf den ich hier nicht spezifisch eingehe)

Ausserdem muss sich das Kind  sich selber beruhigen, meistens mit Selbstverletzungen, da die Eltern versagt haben das Kind ausreichend vor seinen eigenen Emotionen zu schützen.
Die Selbstverletzung bei Borderliner dient dazu, das der Borderliner sich wieder spürt und nicht seine Identität verliert aufrund seiner unglaublich starken Gefühle, oder aus „Wahnehmungsstörungen“ die psychotischer Natur sind.
Borderliner fühlen aber oft auch „gar nichts“ da sie keine konstante „Ich-Identität“ besitzen und sie darum einfach „innerlich Leer“ sind. Oft verletzen sie sich dann auch darum, um wenigstens irgend etwas zu fühlen.
Borderline mögen sich selbst oft auch nicht so, oder sind sich selbst gegenüber gleichgültig. Weil sie ihr „Ich“ noch nicht genug ausgebildet haben.

Andere Menschen müssen den Borderliner oft spiegeln und ihn mit Leben durchfluten, da er sich sonst unlebendig fühlt.

Ihre unerträglichen Gefühle und Bilder unterdrücken sie mit Drogen, Essen, Sex oder einem Kaufrausch. So bauen sie ihre Spannungen ab. Leider müssen Borderline ihre Spannungen immer nach aussen hin Abbauen oder am eigenen Körper, aufgrund ihres unvollständigem „Ichs“

Die Borderliner sind auch als Erwachsene noch kleine Kinder, die ihren Konflikt in dem sie stecken geblieben sind, in dem sie sich damals befanden. Sie müssen nach aussen nach aussen immer wiederholen was sie erlebt haben, weil ihre Spaltung die Aufarbeitung verhindert. Es scheint so, als wenn sie ihr schlimmes Trauma ewig an allen Mitmenschen fortsetzen würden, als wenn sie darin „eingefrohren“ wären.
In dem sie ihre Welt nur als „Gut“ oder „Böse“ wahrnehmen, gibt es mit den Mitmenschen, aber vorallem mit dem Partner, massive Probleme, da immer wieder eine Annäherung (=Gut) und eine Entfernung (=Böse) an die geliebten Menschen erfolgt.

Die Spaltung ihres „Ichs“ bewirkt, das sie auch nicht gut oder ausreichend über sich selber nachdenken können, da sie sich sonst selber in eine Psychose schicken würden, oder von so heftigen Emotionen überflutet werden würden das sie sich evtl. umbringen würden. Die Borderline ist ein Überlebenskonstrukt, welches dem Kind geholfen hat zu überleben. Im späteren Leben ist sie aber mehr als nur fehl am Platz.
Borderliner sind gute Menschen und haben viel kreatives, kindliches in sich.
Ich hoffe für solche Menschen, das sie sich entwickeln können und nicht mehr leiden müssen.