Autismus und die „Theory of Mind“ – Die Theorie der Seele

Die Theory of Mind – ein vielleicht etwas fremd wirkender Begriff für viele.

Jedoch eigentlich ganz Simpel. Sie beschreibt, das sich der Mensch seines „Selbst“ bewusst ist und somit davon ausgehen kann das auch andere Menschen ein „Selbst“, also ein „Ich“ mit Wünschen, Bedürfnisse und Absichten, also gewissermassen eine „lebendige Seele“ besitzen. Es ist die unterscheidung von lebendigem und unlebendigem.

Wie steht es jetzt aber um Menschen, die keine „Theory of Mind“ enwickeln konnten? Einige von ihnen sind sicherlich vielen bekannt, die sogenannten „Narzissten“ oder „Borderliner“ sowie die „Psychopathen“ die ebenfalls Mühe mit der Entwicklung einer solchen „Theory of Mind“ hatten und sich dadurch sehr schlecht in andere hineinversetzen können und somit Menschen eher als „Dinge“ oder „Teil-Dinge“ ansehen. Aber eben auch die Autisten, die eine solche gar nicht entwickelten von Geburt an, oder wenn sie dann doch noch eine Theory entwickelten, dann erst in höherem Alter.

Das ein Baby, also ein Säugling, sich selber als „lebendig“ erkennen kann, also eine „Theory of Mind“ entwickeln kann, setzt voraus, das die Mutter das Baby in seinen Emotionen „spiegelt“ und somit das Kind weiss „Aha, da ist jemand, der mir gerade zeigt, was ich selbst mache.“.

So entwickelt das Kind immer mehr eine Vorstellung von seinem Emotionen und deren der Mutter und seinem Körper, weil die Mutter es ja immer „spiegelt“ und sozusagen vormacht.  Das Kind findet seinen Körper und auch deren der Mutter. Es bekommt dadruch eine Bindung zur Mutter. Schlussendlich führt es am Ende dazu, das das Kind eine „Identität“, ein „Selbst“ erwirbt. Leider gibt es in diesem Vorgang aber auch Störungen.

Das Baby konnte sich nicht „finden“ weil:

  • es kam kam schon mit einem Gehirnschaden uf die Welt, darum konnte es die Mutter nicht richtig sehen und auch nicht spiegeln, die Mutter fühlt sich evtl. dadurch missverstanden und entfernt sich auch emotional vom Kind. (Momentane aktuelle Theorie)
  • Die Mutter hat das Kind „falsch“ gespiegelt, oder evtl. war sie nicht in der Lage angemessen zum richtigen Zeitpunkt emotional auf das Baby zu regaieren, oder reagierte mit Gewalt. Dadurch verwirrt es das Kind und es zieht sich in sich zurück. (Theorie wurde wiederlegt „Kühlschrankmutter“)
  • Der Vater oder die Mutter war schon selber ein Autist/Autistin und gab die Gene und somit die Voraussetzungen dafür schon mit.
  • Stress in der Schwangerschaft oder Drogen so wie andere Gifte die wärend der Schwangerschaft konsumiert wurden und somit das Gehirn des Fötus „anders wächst“
  • Impfungen im Kindesalter

Schlussendlich weiss man es nicht warum, dies sind alles nur Theorien.  Leider ist bei Autisten durch diese fehlende „Theory of Mind“ auch immer eine „andersartige Bindung“ and die Eltern. Da Autisten Menschen mehr als Objekte wahrnehmen, werden die Eltern zwar meistens sehr gemocht, aber auf eine ganz andere Art und weise als „normale Menschen“ das tun.

Das „Selbst“ von Autisten entwickelt sich ohne „Emotionale Zuhilfenahme“ der Eltern, da der Autist, die Eltern emotional ja nicht erreichen kann. Er kann sie höchsten benutzen, um seine Interessen nachkommen zu können (Einkaufen von Sammelgegesntänden etc.) So muss aber der Autist sich ständig selbst stimulieren, mit stereotypen, immer wieder den gleichen Muster folgenden Bewegungen oder Ritualen um „sich selbst zu spüren“ da er keine andere Möglichkeiten hat.

Normale Menschen können sich andere Menschen zur Hilfe nehmen um sich zu finden oder zu beruhigen. Der Autist kann das nicht. Er ist auf sich selbst angewiesen um sich in unserer Welt zurechtzufinden.

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Autismus – was es ist und was es nicht ist

Ich werde oft gefragt, „Was du bist autistisch? Du bist ja gar nicht wie Rain Man.“ oder „Du kannst ja lachen, also bist du nicht Autistisch“

Gerade „Rain Man“ wird von der Bevölkerung gerne als Paradebeispiel für einen Autisten genommen. Zu meinem Verhängnis, denn der Film „Rain Man“ ist sicher eine gute Grundlage um ein paar „Grundlegende Fakten“ über Autismus zu bekommen, jedoch nicht, um das Gesamtbild zu beschreiben. „Rain Man“ ist recht schwer von Autismus betroffen, andere Autisten sind dies aber wiederum schwächer. Autismus ist eine Spektrumsstörung. Dazu unten mehr.

Um die Verwirrung von falschen Fakten und richtigen zu minimieren, habe ich mir die Mühe gemacht, hier ein paar Wissenschaftliche Fakten mit euch zum Thema Autismus zu teilen:

Autisten:

  • sind nicht krank, denken nur anders.
  • verstehen oft soziale Symbole nicht. (Danke sagen, Hände geben, Small Talk)
  • können sich nicht gut bis gar nicht in andere einfühlen, obwohl sie wollen.
  • Sehen Menschen gar nicht oder als „störende Dinge“
  • sind unterschiedlich stark von Autismus betroffen, von mild bis schwer gibt es alles.
  • haben eine andere Hirnstruktur als „normale Menschen“
  • besitzen ein anders aufgebautes Zentralnervensystem als „normale Menschen“
  • denken meistens zuviel nach
  • sind Charakterlich so vielfältig wie „normale“ Menschen, die Intelligenz, das Denken, die Verhaltenweisen, die Vorlieben von ihnen.
  • kommen ungezogen und unhöflich rüber, aber nur weil sie mehr in ihrem „Innen“ leben und nicht wissen wie sie etwas nach aussen ausdrücken sollen.
  • haben sehr starke und viele Gefühle, aber nicht alle sieht man ihnen an. Andere haben eher weniger Gefühle, oder fühlen sie nicht richtig.
  • fühlen ihren körper nicht so gut, wissen zum Teil nicht wo in Raum und Zeit der Körper sich befindet. Dadurch komische Körperhaltungen und Gangstil.
  • haben teilweise kein Zeitgefühl
  • fühlen einzelne Bereiche des Körpers zum Teil wiederum zu stark (Kopfhaut, Fussrücken etc.) andere wieder zu schwach.
  • haben wenig Mimik und Gestik, weil sie nicht wissen wie man sie einsetzen muss.
  • sind schnell von Reizen überflutet, da sie nie mehr als einen Reiz im Gehirn gleichzeitig verarbeiten können.
  • haben viele sehr starke sogenannte „Speziainteressen“, in denen sie sich so sehr verlieren können das sie sich selber nicht mehr spüren.
  • schwerere Betroffene verletzen sich oft selbst um sich besser zu spüren, da sie sich sonst „flüssig“ fühlen. (Beissen, Kopf an die Wand schlagen, schneiden etc.)
  • verhalten sich oft emotional unreif, sind aber unglaublich rational im Denken.
  • sind nicht alle mit „speziellen Fähigkeiten“ ausgestattet, es gibt auch ganz „gewöhnliche“ Autisten.
  • haben oft mehrere Bereiche in denen sie ein gutes Wissen haben, duch ihre ungewöhnliche Tätigkeit mit ihrem Spezialinteresse.
  • sind immer ehrlich, die Fähigkeit zum Lügen liegt ihnen nicht gut.
  • können plötzlich nicht mehr „da sein“ und unansprechbar sein, wenn ihr Gehirn überfordert ist.
  • brauchen viel Zeit alleine um ihr Gehirn zu entlasten und um sich einfach zu entspannen mit ihrem Interesse.
  • können oft gut Muster und Systeme erkennen und werden gute Künstler oder Musiker, sowie Wissenschaftler oder dergleichen.
  • haben manchmal auch Zwangsstörungen und andere zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen oder Tourette, ADHS oder Tics.
  • können gut und effektiv arbeiten, wenn sie nicht zu sehr von Autismus und zusätzlichen Erkrankungen betroffen sind. Einige andere haben leider keine Arbeit aufgrund ihrer Einschränkungen.
  • Sind oft humorvoll, aber meistens auf „ihre eigene Weise“

Natürlich sind das einige Beispiele…und sicherlich nicht jeder wird genau so in diese Beschreibung hineinpassen.