Sozialamt

Die Zeit bei meinem Ex-Freund war keine schöne Zeit. In dieser Zeit verbrachte ich auch beim Sozialamt, da ich keine Arbeit fand.
Das Sozialamt ist mit mir wie mit einem Stück Dreck umgegangen.
Ich musste zuerst in einen Bücherladen arbeiten gehen als Verkäuferin von gebrauchten Büchern. In dem Laden arbeiteten nur Sozialhilfefälle auf Sozialhilfe-Basis. Das heisst, man musste 100 % arbeiten, bekam aber nur das übliche Sozialgeld was man auch bekommen würde, wenn man nur Zuhause sässe. Das ganze nennt sich „Beschäftigungsprogramm“

Dort in dem Bücherladen war der Chef mit den Angestellten ziemlich überfordert. Alle lungerten rum, jeder in seiner eigenen Scheisse. Und doch hatte niemand wirklich Bock, auch nicht der Chef.
Der umgang war echt unter jeden Niveau miteinander.
So überliess der Chef aus Überforderung, mir die Geschäftsleitung.
Es hiess, ich wirke intelligent, sehe noch aus als wär ich Zuverlässig, ich habe das sicher im Griff.

Es war schwierig für mich, damals 21 Jährige, mit Menschen umzugehen die Alkoholiker und Drogensüchtig oder sonst wie krank waren.
Natürlich hörte keiner der Mitarbeiter da auf mich.
Sie waren eher sehr sexuell von mir angezogen. Darum hatte ich keinen Stellenwert, nur als Sexobjekt.
Des öfteren wurde auch Geld aus der Kasse geklaut und ich wurde immer dafür verantwortlich gemacht.
Dabei waren noch zwei andere Mitarbeiter an der Kasse. Jeder hatte einen Geschäftschlüssel.
Komischerweise wurde sonst niemand in Betracht gezogen, ich MUSSTE es sein, aus Sicht des Chefs, da meine Erscheinung so mystisch und unheimlich sei…. (Was für eine schräge Logik!)
Ich sage jetzt hier nochmals: Ich würde niemals Geld klauen von meinem Arbeitsplatz. Sowas gehört sich nicht!

Aber ich wurde erpresst, mit Gericht wurde gedroht, bis ich unterschreiben musste, das ich ihnen alles zurückzahlen musste. Der Chef nannte mich dann Arschloch.
Ich hatte sehr viel Angst und unterschrieb das.
Dann musste ich einen Monat ohne Sozialgeld leben zur Strafe.
Ich hatte kaum etwas zu essen und mein Ex-Freund war auch sehr böse zu mir. Er wollte mir kein Geld geben, da er selbst nicht viel hatte.
Ich ging oft Nachts putzen in einer Bar oder als Aushilfe da Arbeiten, das ich etwas Geld für Nudeln bekam.
Er sagte mir all zu oft, was für ein Versager ich doch wäre, ich habe nur so „Sozialmt-Arbeit“
Oft drohte mein Ex-Freund mir, mich aus der Wohnung zu schmeissen, da ich so ein Versager sei, er wolle lieber eine Freundin die mit beiden Beinen im Leben stehe.
Diese Unsicherheit machte mich unglaublich krank.

Dann wurde mir die Stelle im Bücherladen gekündigt, aufgrund des angeblichen Diebstahls und ich hatte einen Nervenzusammenbruch.
Beim Sozialamt lachte man mich aus, als ich vor ihnen zusammenbrach.
Ich wurde gleich in das nächste sogenannte „Beschäftigungsprogramm“ geschoben, ohne Pause dazwischen.
Es hiesse „ich soll mich zusammenreissen“
(Abgesehen davon reisst man nur was auseinander, aber niemals zusammen! Was für ein dummer Spruch)

Er viel später erfuhr ich, das die Alkoholikerin vom Arbeitsplatz das Geld geklaut hatte, weil der Diebstahl nach meiner Kündigung weiter ging.
Aber entschuldigt, hat sich keiner bei mir!
Und das Geld wurde mir auch nie zurückgezahlt.
Als ich mal angerufen habe um das zu klären hiess es, ich soll meine Fresse halten.

Dieses neue Programm war ein Kurierdienst.
Da musste ich Telefone abnehmen und Bestellungen entgegen nehmen. Ich koordinierte die Fahrer.
Die Angestellten, alles Männer, machten mich auf die Übelste Art und Weise an.
Ich konnte mich nur auf dem Klo vor ihnen verstecken, aber sobald ich raus kam wurden Sprüche über meinen „Arsch“ „Muschi“ und „Titten“ gemacht.
Einmal passierte es sogar, das einer der Mitarbeiter betrunken vor dem Computer zu pornografischen Bildern onanierte.
Und das im selben Büro wie ich.
Es war einfach eine Hölle mehr, in der ich gelandet war!

Dauernd hatte ich Auseinandersetzungen mit meinem Chef, der sich überhaupt nicht um die Angestellten kümmerte.
Er war schlampig und genoss sein Leben, während er andere täglich herunter geputzt hat.
Arme Junkies schrie er an, das sie gefälligst sich in „den Arsch klemmen sollten“ obwohl sie schon ihr Bestes gaben.
Einen Behinderten schrie er auch schon an, das er nicht so oft krank sein sollte.
Dabei hatte er eine sehr schwere körperliche Behinderung und eigentlich nichts beim Sozialamt zu suchen.
Das wäre ein Fall für die Invalidenversicherung.

Schlussendlich kam wie es kommen musste, da kam auch da Geld weg aus der Kurierkasse, auf die ebenfalls mehrere Zugriff hatten (Wirklich, ich wars wieder nicht)
Und ich wurde als Administrator und somit „Oberhaupt“ des Kurierdienstes auch wieder verantwortlich gemacht dafür.
Ich musste wieder bezahlen.
Und nicht nur das, ich musste auch die Telefonrechnungen des Geschäfts übernehmen.
Ich hatte nie wirklich telefoniert, ganz selten mal, trotzdem musste ich über 300 Franken bezahlen.

Das Leben kam mir vor wie ein Albtraum, das Sozialsystem aber noch viel mehr.
Die machen einen Menschen so richtig kaputt.
ich musste zwei mal eigentlich schon sehr unten durch, also eigentlich hungern.
Und das in der Schweiz.

Mit meinem Ex gabs nur Streit, er meinte ich sei Dumm und für nichts zu gebrauchen.
ich fühlte mich einfach elend.

abyss8

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Ein Kommentar zu “Sozialamt

  1. Es ist so missverständlich und deshalb schwer, bei deinen Texten auf „gefällt mir“ zu klicken.
    Was ich meine, ist: Es ist gut, dass du schreibst, Sara! Ich lese deine Geschichte aufmerksam!

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