Kreislaufprobleme

Zum guten Glück half mir ein sehr gutmütiger Mensch aus dieser Situation und bot mir wieder ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft an.
Doch die ersten Tage dort waren für mich nicht sehr schön.
Es gab auch weitere Konflikte, weil dieser Mensch, der mir die Wohnung anbot doch mehr von mir wollte.
Er wollte eine Beziehung mit mir. Kurzzeitig hatte ich mich darauf eingelassen, aber ich merkte schnell, ich konnte keinen Anforderungen mehr entsprechen.
Es zog mich einfach immer mehr von den Menschen weg. Ich wollte nur noch alleine sein.

Wenn ich dann mal alleine in meinem Zimmer schlief oder Zeit verbrachte, stellte sich mal ein bisschen Ruhe in mir ein.
Aber das war eher selten so.
Der Stress nahm immer mehr zu und ich merkte, das mir das aufstehen zusehends mehr Probleme bereitete.
So blieb ich oft einfach liegen, ohne zu essen oder zu trinken, tagelang.
Ich glaube, es war ein Zeitpunkt, wo es mir egal war zu sterben.
Und ich denke, ich stand auch nahe am Tode.

Mehrmals merkte ich, wie Nachts mein Blutdruck auf ein sehr niedriges Niveau sank, und ich teilweise mit Albträumen und Herzrasen aufwachte, damit der Kreislauf noch stabil genug blieb. (Panik und Albträume sind oft eine Reaktion des Nervensystems auf einen starken Blutdruckabfall)
Ich kannte es schon von früher, wenn ich Stress hatte, konnte mein Blutdruck ziemlich tief sinken, so das ich oft fast kollabierte.
Durch den Nahrungsmangel und den Flüssigkeitsverlust, hatte es mein Kreislauf noch schwerer.
ich dachte, eines Morgens, das mein Herz es nicht mehr schaffen würde mein Kreislauf mehr aufrecht zu erhalten, fühlte mich schon fast erlöst, dem Tode nahe…. als es an die Tür klopfte.
Es war die Mitbewohnerin der Wohngemeinschaft.
Sie sagte „Sara, ich habe schon länger nichts mehr von dir gehört. ich glaube du stirbst“
Und das fand ich damals sehr unheimlich.
Die Mitbewohnerin war eine sehr feinfühlige Person. Ihre Wahrnehmung war ungwöhnlich.
Ich war ein paar mal mit ihr auf Foto-Tour um etwas Städte zu fotografieren und sie sah Dinge, die sonst keine Menschen beachten, wie ein Türstopper in Form einer Spirale.
Sie kniete sich oft auf die ganze Strasse um das Ding zu Fotografieren und scherte sich nicht um komisch gaffende Menschen um sie herum.

Naja, jetzt stand sie vor der Tür und sagte diesen Satz, wo ich doch gleichzeitig dachte, mein Kreislauf höre endgültig auf.
Ich öffnete ihr die Türe und sie wollte mir was zu essen kochen.
Sie hatte es dann auch getan und es war sehr nett von ihr.
Ich konnte mich langsam einigermassen stabilisieren, mit etwas mehr Nahrung und einem Wasserkrug den ich neben das Bett stellte.

Ich hatte aber eigentlich keinen Willen mehr, um weiter zu leben….
ich empfand das Leben als eine einzige Hölle und mit dieser neuen ungewohnten Ruhe hatte ich ziemlich starke Probleme.
Oft dachte ich, das der Tod sicher die Erlösung von allem körperlichem Leiden wäre, und ich dann Ruhe in meinem Kopf haben würde.
Das Sozialamt drängte mich weiterhin, Arbeit anzunehmen, aber mein Kreislauf war nicht stabil genug um die einfachsten Dinge zu erledigen.

Eine Dame des Sozialamtes, sah das etwas mit mir nicht so stimmte, sie vermutete eine posttraumatische Belastungsstörung.
Sie half mir dann, ein Halbtax zu machen, auf kosten des Sozialamtes, das ich ein wenig reisen konnte.
Das tat mir gut, einmal ein Ausflug zu machen
Nach dieser Zeit lernte ich auch meinen dazumaligen neuen, schizoiden Partner kennen.

Es schien sich wieder etwas zu bessern für mich.
fab2

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