Sexueller Missbrauch am Arbeitsplatz

Ich wohnte also bei meinem vater, meine Eltern wussten beide mittlerweile von meiner Selbstverletzung.
Darauf hin wurde ich zu einer Psychologin geschickt.
Alle waren sich einig, das es mir nicht so gut gehe.

Eine Lehrstelle war auch noch nicht in Sicht.
Die Psychologin redete viel mit mir, meinte dann, das ich eine Esstörung habe.
Was völlig aus der Luft gegriffen ist, ich esse immer genau wenn ich eigentlich hunger hätte, bekomme aber nichts.
Dann meinte sie, ich habe Borderline.
Und zwar aufgrund meiner Selbstverletzung.

Das ist ebenso eine ziemlich freche Diagnose, weil Borderline viel mehr als „sich verletzen“ ist. Aber eben sie war nur eine Esoterisch angehauchte Psychologin, keine Ärztin.
Unter anderem waren Borderliner auch emotional instabil, aber ich war eigentlichh..nur immer Depressiv…es änderte sich nie gross…
Ich fühlte mich unverstanden, weil diese Dame immer von „verdrängten Gefühlen“ sprach.
Aber ich hatte solche nicht.
Ich war einfach sehr fest Traurig. Mehr nicht.

Ich war Energielos und traurig.
Fühlte mich unverstanden.

Sie sagte, ich müsse mich öffnen und endlich Gefühle zeigen.
Ich hatte überhaupt nichts verstanden!
Ich zeigte ja Gefühle, in dem ich sagte ich sei traurig.
Immer wieder geriet ich in Diskussionen, bis ich schlussendlich diese Psychologin verliess.
Es folgten weitere Besuche bei anderen Psychologen, aber alle gefielen mir nicht.

Dann gaben meine Eltern es auf.
Sie sagten, ich muss mich um die Lehrstellensuche kümmern.

Meine Mutter machte eine Zeitungsannonce aus Verzweiflung, mit Absprache meines Vaters, das sie mein Foto in die Zeitung tut und dann hinschreibt „suche alles an Lehrstellen“
Und so ähnlich klappte das dann auch, ich wurde eingeladen, als Verkäuferin für eine dreijährige Lehre im Detailhandel in einer Bijouterie.
Aber dieses Geschäft war zwei Stunden mit dem Zug von meinem Vater, bei dem ich ja jetzt wohnte, entfernt.
Die Inhaber, ein Ehepaar, fanden mich auf anhieb sympathisch und wollten mich als Verkäuferin im Detailhandel bei ihnen als Lehrling einstellen.

Dass klappte dann auch relativ schnell, ich hatte keine andere Wahl als das zu tun, weil niemand sonst mich wollte.
Aber da bahnten sich nun noch ernstere Probleme an.

Mein ehemaliger Chef, ein Mann mit 250 Kilo, berührte mich sehr oft am Hintern, wenn er an mir vorbei lief.
Zuerst dachte ich, es sei Zufall, aber als es immer wieder geschah. Merkte ich, er machte es mit Absicht.
Mit der Zeit, machte er immer mehr „Bemerkungen am Rande“ ob ich schon mal Sex gehabt hätte. Ich war damals ende 15, ich hatte einen festen Freund, mit dem hatte ich dazumals schon Sex.
Ich hatte meinem Chef die Antwort gegeben, dass ich es mit meinem Freund gemacht hätte, ja.
Er wollte dann genau wissen wie.
Ich habe ihm alles erzählt und gar nicht bemerkt, was ich da eigentlich anrichtete.
Ich war einfach ehrlich, dachte mir nichts böses dabei.

Er fragte immer mehr Sachen nach, und ob ich mal „mit einem echten Mann schlafen wolle, nicht mit meinem zu jungen Freund“
Ich habe gesagt, ich verstehe nicht was er meine und das ich meinen Freund liebe.
Und dann eskalierte es irgendwann.

Er ging mit mir in den Keller, da musste man angeblich als Aufgabe Goldringe polieren.
Da wollte er mich ausziehen. Das tat er dann auch mit Gewalt.
Er zog mein Pulli aus, und mein BH und ich konnte mich nicht gegen 250 Kilogramm gewicht wehren, als er mich festhielt.
Ich brachte keinen Ton heraus. Ich schaltete einfach ab.
Ich merkte noch, wie er meine Brüste genüsslich küsste und herumdrückte wie besessen.
Und immer wieder sagte wie schön so junges Fleisch doch sei.

Ich habe mich irgendwie befreien können, bin dann nach oben die Treppe rauf gerannt und war dann….weg…die Erinnerung endet da auch.

Ein paar Tage später, als ich darüber Reflektieren konnte, kam ich zum schluss, das was da passiert sei, sei nicht gut und bin ich zu meinem Vater gegangen.
Und habe ihm alles erzählt.
Mein Vater hat sich am Kopf gekratzt, und gesagt „Du musst weiterhin dort arbeiten gehen, sonst hast du keine Ausbildung…das muss man ertragen..Arbeit ist nie schön“
Ich habe gesagt “ Spinnst du, ich halte es dort nicht mehr aus, mwin Chef will mich nackt ausziehen, ich habe Angst“
Ich hatte angefangen zu weinen, ich sah in mir keine Hoffung mehr.

„Ich bin ein Sklave ich muss dienen und das ist auf dieser Welt ganz normal. Irgendwie muss ich da durch.“
Das waren meine Gedanken dazumals.
Ich drehte fast durch, ich wusste so würde ich nicht lange durchhalten können.
Ich ging weiterhin dort Arbeiten, aber es wurde immer schlimmer.
Mein Chef holte mich sogar vor meinem Vater seiner Wohnung ab, er war überall, wollte auch meine Nummer, machte mir Kleidungsvorschriften, so durfte ich nur im Minirock zur arbeit erscheinen.
„Schau, wie meine Frau“ meinte er nur immer.
Und ich blickte auf die gealterten, mageren Beine im Minirock seiner Frau, die mit Krampfadern überzogen waren, so das man fast kein Bein mehr sah, vor lauter blau.

Zudem war auch das Problem, der lange Arbeitsweg von zwei Stunden machte mir immer zu schaffen. Ich musste um vier Uhr aufstehen und war erst um 9 Uhr abends oder später Zuhause. Mein Alltag bestand nur noch aus „Nachhause kommen- Schlafen – arbeiten – Nachhause kommen…..“
Mein Blutdruck war so niedrig vom Schlafmangel und nichts essen, das ich begann viel zu rauchen. Das war alles was ich benutzte um meinen Kreislauf noch „aufrecht zu erhalten“

Ich flehte meinen Vater an, mir bitte zu erlauben von da zu gehen, da ich keine Kraft mehr habe und unter dem Stress hätte ich vier Monate lang meine Tage nicht mehr. Ich spürte, ich würde so zugrunde gehen, geistig wie körperlich.
Gegessen hatte ich seit einem Monat fast nichts mehr.
Es ging bergab mit mir. Aber Krank wurde ich nie.

Ich nahm es dann selbst in die Hand. Es eskalierte in einem Streit irgendwann in dem Geschäft und ich rannte zur Telefonkabine und rief dem Lehrlingsamt an. Dessen Nummer ich bei 111 gesucht hatte.
Ich erzählte alles und mir wurde Hilfe versprochen.
Zum Glück habe ich das wieder mal selbst in die Hand genommen….
Unbenannt-28

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