Mein erster Ausbildungsplatz

Ich war ende 15, und die schwierigste Zeit sollte erst beginnen.

Die Lehrstellensuche.

Meine Eltern wollten natürlich, das ich etwas anständiges arbeite.
Vorallem die Mutter war der Meinung, etwas erziehung könnne mir nicht schaden, ich sei immer so „lahm und ungehorsam“
Ich musste viele Bewerbungen mit meinem Vater schreiben und hatte sehr oft Streit mit ihm, weil ich sehr viele Fehler machte.
Ja, damals schrieb man Bewerbungen noch von Hand!
Und wenn ich einen Fehler machte, musste ich alles von vorne beginnen.
Dieser Umstand aber, machte mich so nervös, dass ich bestimmt 10 mal oder mehr von vorne beginnen musste.
Und mein Vater stresste total, weil immer ungeduldiger wurde.
Er schrie mich dann auch oft an, das ich dumm sei.

Ich glaube, ich werde unfokussiert wenn ich unter Druck gerate.
Dann geht einfach gar nichts mehr.

Irgendwann hatte ich dann die Bewerbungen geschrieben, fehlerfrei.
Aber das nächste Problem stand schon an.
Das Vorstellungsgespräch.

Ich wurde ab und an mal eingeladen, mich persönlich in eine Firma zu begeben.
Mein Vater wollte das ich Grafikerin werde, ich persönlich wusste nicht, was ich werden wollte. Da ich kaum die Möglichkeiten hatte jemals herauszufinden was ich mag. Da man mir alles im vornherein verboten hatte.
Also schrieb ich halt Grafikerfirmen, da ich es selbst nicht besser wusste.

Die Firmen waren sehr freundlich, luden mich auch zum Probearbeiten ein, merkten aber dann sehr schnell, das etwas mit mir nicht stimmte.
Ich sprach nie, fragte nie etwas, schaute den Menschen nie ins Gesicht und sass stundenlang auf dem Klo.
Das Klo war mein rückzugspunkt. Da war ich wenn mir alles zuviel und zu laut wurde.

Keiner hat das verstanden, und natürlich wurde das meinen eltern gemeldet.

Aufgrund der Lage mit den Lehrstellen musste ich von meiner Mutter ausziehen zu meinem Vater.
Die Gefühle an diesem Tag sind nicht zu beschreiben.
Ich glaube ich war so sehr durcheinander, das ich nichts einordnen konnte.

Mein Vater schlug mich nicht, er war einfach sehr streng und wurde öfters Laut gegen mich.
Aber mir war das lieber als meine Mutter.
Als mein Vater mich abholte, dachte ich, „jetzt bin ich wie ein Sklave, der freigelassen wird.“
Bei meinem Vater warteten unegahnte freiheiten, wie mal einen Film im TV ansehen zu dürfen, oder Süssigkeiten essen.
Er hat mir Sackgeld gegeben und auch für mich gekocht, mir neue Kleidung gekauft. Irgendwie besserte sich da die Zeit für mich.
Aber in mir….
nur Traurigkeit.
Dunkelheit.

Ich war es nicht gewohnt, so viel alleine zu sein.
Das Zimmer bei meiner Mutter teilte ich mit meiner Schwester in einem Doppelbett.
Ich habe ihr oft am Abend Lieder vorgesungen und wir haben heimlich Tv geschaut oder und Essen gekauft vom Geld welches ich der Mutter aus dem Servierportmonaie geklaut habe.
Jetzt war ich allein.
Mein Vater war oft bei seiner Freundin.
Und ich allein in der Wohnung.

Ich habe mich oft stark betrunken, um meine Depressionen zu betäuben.
Auch mit Selbstverletzung hatte ich begonnen.
Wenn ich betrunken war, habe ich mich oft geritzt um meine Seelischen Schmerzen zu betäuben.
Es ging mir darum das ich diese Traurigkeit nicht mehr spüren wollte.
Ich hatte auch sehr oft Panikattacken in dieser Zeit.
Aber dazu später.

Zum Thema Selbstverletzung kann ich folgendes berichten:
Einmal habe ich zu tief geschnitten. Meine damalige Freundin und ich haben uns getroffen, als meine Mutter einmal vier Tage weg war.
Meiner Mutter ihr dazumaliger Freund sollten auf uns aufpassen.

Ich habe mich wie üblich stark betrunken. Ich wollte mich ein bisschen Ritzen mit einem stumpfen Taschenmesser und setzte die Klinge an und zog sie schnell über die Haut. Meine Freundin ritzte sich manchmal auch ein bisschen und ich hatte ihr das abgeschaut. Zuvor hatte ich mich immer ein wenig geritzt, mit einem Chirurgenskalpell. Aber noch nie Betrunken.

Es blutete stark aufgrund des verdünnten Blutes des Alkohol. Der Druck auf die Haut mit dem Messer war zu gross gewesen. Es war eine riesen Wunde.
Mein Kreislauf brach fast zusammen, wohl aus schock. Ich habe geweint.

Nach diesem Vorfall habe ich es nie mehr getan.
Ich bin ziemlich erschrocken. Dann kam auch noch derFreund meiner Mutter zu uns ins Zimmer, weil er das geheule mitbekommen hatte.
Und da waren ich und meine Freundin in einer Blutlache.
Er war ziemlich irritiert und verfiel in Panik.
Er wollte mit mir zum Arzt, aber ich weigerte mich aus Scham.

Schlussendlich wurde diese wunde nicht genäht und sie ist heute noch sichtbar an meinem Arm
Das Ritzen benutze ich nur noch wenn meine Depression wirklich sehr gross ist, oder ich im Stress so sehr zusammekrampfe das nicht anderes meine Muskeln lösen kann, und das ist so gut wie nie mehr momentan.
Ich wollte eigentlich, das Der Freund meiner Mutter dieses Ereignis geheim hielt vor ihr, aber er hat es ihr leider doch erzählt…..

Daraus entstanden noch mehr, ernstere Probleme….ville43

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