Meine Pubertät

Kommen wir nun wieder zur „Hauptstory“ nachdem ich aufgehört habe in Teil 7.

Meine Jugendzeit brach langsam an. Diese sollte nicht sehr einfach werden.
Ich entwickelte mich, immer mehr hin zu einem denkenden Wesen. Ich spürte, wie meine „Welt“, die nur aus unzusammenhängenden Bruchstücken bestand, immer mehr sich in logische Zusammenhänge zusammenfügte.

Ich entwickelte mit 13 Jahren erst einen richtigen eigenen Willen und so eine Art „ich“ und „Du“ Bewusstsein. Das war aber noch nicht sehr ausgereift .Andere Kinder erlernen diese Dinge schon in ihrem ersten Lebensjahr, ein Autist muss sich all die sozialen Regeln selbst beibringen, erst recht mit solchen „unsozialen“ Eltern.
Bis dahin, mit 13 Jahren, hatte ich keine ernsthaften Wünsche, Bedürfnisse oder Gefühle verspürt, ausser die meines Spezialinteresses.
Dies sollte sich aber ändern.
Immer mehr fühlte ich mich alleine, und immer mehr wünschte ich mir eine Person die mich lieb hat.

Ich begann meine Wünsche und Bedürfnisse aufzuzeichnen, ich zeichnete den ganzen Tag. Ich träumte von liebevollen Begegnungen, so wie sie in den Disneyfilmen gezeigt wurden, die wir am Wochenende mit dem Vater ansehen durften. Dort waren alle so nett zueinander. Aber das war nicht die Realität.

Oder ich schrieb, Geschichten über Liebe und Zuneigung. All die Dinge die mir verwehrt blieben. Ich schrieb mir alles aus der Seele, anstatt äusserlich einmal weinen zu können oder zu schreien. Die Büchlein habe ich heute noch, Es sind Zeilen der Sehnsucht.
Mein Gefängngis war ein kaltes Gefängnis. In meinem Gefängnis regnete es die ganze Zeit. Ich war lustlos, traurig und ausgebrannt.
Ich wurde launisch, aber eben alles nur innerlich. Selbst wenn ich es hätte nach aussen hin zeigen können, ich hätte es mich nie getraut wegen meiner Mutter.

Ich fühlte mich erdrückt. Ich hatte keine Zeit mehr für mich, alles bestand aus „Wachsam“ sein, sich schützen und den Menschen au dem Weg zu gehen.

Dazu kam auch noch der erneute Umzug. Ich hasse Umzüge.
Meine Mutter schien ebenfalls nicht zufrieden zu sein mit dem neuen Parner. Und so mussten wir nach vier oder fünf Jahren das neue Heim wieder verlassen.
Ich wusste was das bedeutet.
Eine neue Schule.
Und ich wusste ich hatte keine Chance. Sie werden mich auslachen, so wie ich bin.

So suchten meine Mutter, Schwester und ich eine Wohnung. Meine Mutter benahm sich wie ein kleines Kind. So euphorisch teilweise, ohne Grund. Es nervte mich so sehr. Aber meine Schwester fand das gut. Sie schien sich mit meiner Mutter gut zu verstehen. Die Zeit der Wohnungssuche habe ich noch als eine relativ „lockere Zeit“ in Erinnerung.
Meine Mutter schien euphorisch zu sein wegen der neuen Wohnung die wir suchten und es gab dadurch keine Schläge oder Vorfälle mehr.

Irgendwann hatten wir dann mal eine Wohnung gefunden. Und somit wurde auch die neue Schule festgelegt.
Dort konnte ich mich, wie erwartet von mir, nicht wirklich zurecht finden.
Denn die Zeit war auch mit Veränderungen verbunden.
Veränderungen die ich wiedereimal viel zu spät mitbekommen habe.

Bei den Jugendlichen fing zum Beispiel immer mehr an die Kleidung eine Rolle zu spielen und ich fand einfach nicht so recht heraus, was das bedeuten soll, warum sie jetzt plötzlich nicht mehr normale Sachen tragen können.
Die Mädchen zogen sich enge Sachen an, und die Jungs eher weite, coole Sachen. warum taten sie das? Von Geschlechterrollen hatte ich keine Ahnung.
Jeden Tag wurde ich ausgelacht für meine „Bauernkleidung“
Ich hiess „Bauernmädchen“ oder „Junge“ weil ich immer weite Sachen anhatte.
Ich sah schon verwarlost aus, wenn man mich ansah.
Die Haare hingen in Fäden herunter, ungekämmt, die Kleidung zerissen, fleckig.
Wenn man genau hingesehen hätte hätte man die Zeichen gesehen, aber niemand sah hin.
Höchstens die Mitschüler aber die lachten nur.

Körperpflege wurde mir so nie richtig beigebracht. Mir wurde generell nichts richtig beigebracht.
So auch das benutzen von Deos, oder Binden oder Tampons.

Irgendwann wurde auch das Mobbing in der Schule so gross, das ich meine Oma (die in der Schweiz) zu der ich einen besseren Bezug als zu meiner Mutter hatte, um Hilfe gebeten habe, weil ich so alleine war und nicht mehr wusste wohin.
Sie sollte mit mir ein paar Kleider einkaufen gehen, da mich die anderen schlagen und anschreien wegen meiner Kleider.
In der Hoffnung das dann „alles gut“ wird.
Natürlch hat sie das gemacht, und ich bekam auch enge Hosen und die gleichen Schuhe wie die anderen der Klasse.
Doch das führte nicht zum Ziel.
Ich machte mich nur noch mehr lächerlich.
Weil ich das nicht war.
Weil es unauthentisch war.
Es wirkte mehr als nur künstlich.

Alle haben gelacht.
Meine Identitässuche hatte nun begonnen.
Es waren also neue Ziele hinzu gekommen.
Etwas finden mit dem sich mein Äusseres mit meinem Inneren verienbaren liesse.
Ich wollte nicht mehr ausgelacht werden, aber ich wollte mich auch nicht anpassen.
Unbenannt-10

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