Das Jugendamt

Es liess sich nicht verhindern, das das Jugendamt zu uns nach Hause kam. Jedoch möchte ich hier etwas anmerken.
Was für ein Jugendamt haben wir hier in der Schweiz, welches sich zwei Wochen bei einem gemeldeten Missbrauchsfall vorher anmeldet?
Kann man sich dabei nicht denken, das diese Mütter ihre Kinder einschüchtern und sie darauf konditionieren, nichts zu sagen?

Meine Erfahrung ist die, das viele Töcher von psychisch Erkrankten Müttern (gerade die Krankheit die meine Mutter hat) darauf konditioniert werden nie etwas zu sagen, mit Gesten, Blicken oder sogar Codewörtern.
Das heisst, sie haben ihre Kinder total im Griff., wie einen Hund.
Diese Mütter sind hochmanipulativ, sie haben es nicht nur im Griff ihre Kinder zu kontrollieren, nein, sie können alle um sich herum manipulieren.

In den folgenden Wochen also, kam das Jugendamt, bzw. Sprecher vom Jugendamt zu uns. Ehrlich gesagt, habe ich keinen von ihnen so richtig wahrgenommen, darum weiss ich nicht wieviele es waren, aber ich denke, vom hören her, es waren zwei.
Es gab auch noch ein Einzelgespräch, bei welchem ich aber irgendwie „geistig abgeschaltet“ (Overload) hatte, also leider kaum Erinnerungen daran.
Meine Erinnerung ist nur detailliert, bei dem Gespräch an dem alle teilhaben mussten, also Ich, der Freund meiner Mutter, meine Mutter selbst und die Jugendamtsprecher.

Wir mussten an unserem Esstisch sitzen und ich musste Fragen beantworten. Meine Mutter hat mir vorher genau gesagt, was ich zu sagen hätte.

Ich konnte merken wie ich begann zu schwitzen, Hoffentlich sage ich nichts falsches. Ich wusste, sie würde mich sonst töten, oder verhungern lassen.
Also sagte ich dann: „Ich habe das nur erzählt weil ich etwas unzufrieden war, eigentlich ist alles in Ordung“
Und doch hatte ich das Bedürfnis eigentlich die Warheit zu sagen.
Ich sah zu meiner Mutter, versuchte in ihrem Gesicht zu lesen.
Sie kniff ihre Augen zusammen, in der Mitte entstand eine Falte. So sah sie immer aus, bevor sie mich schwer gehauen hat.
Ich wusste, das konnte nicht gut sein.
Trotzdem sagte ich noch mutig hinzufügend „Aber ich möchte etwas später als 7 Uhr ins Bett gehen, für mich ist das viel zu früh, nicht einmal meine 5 Jährige Schwester muss so früh ins Bett“
Irgendwie sagte ich es, um den inneren Druck doch noch etwas abbauen zu können, um doch noch etwas zu sagen, was mich stört.
Ich sah zu meiner Mutter.
Ihre Augen kniffen noch mehr.
Aber das war mir egal.
Soll sie mich doch dafür hauen. Ich habe ja schlussendlich nichts von dem erzählt was sie gemacht hat.

Und so zog das Jugendamt wieder von dannen. Später habe ich nie wieder etwas gehört von ihnen. Und ich bekam ab sofort das Verbot Zuhause, das ich nie mehr mit anderen Kindern oder Erwachsenen spielen darf.
Sie verlangte, das ich ab jetzt nur noch alleine spielte. Wohl aus Angst vor dem Jugendamt.
Aber das wollte ich nicht, darum besuchte ich die Frau doch noch einmal, weil ich immer das gemacht habe was ich für richtig empfinde.

Aber ich vertraute der Frau nicht mehr. Sie hat mich getäuscht. Sie hat gesagt, das sie nichts dem Jugendamt erzählt, trotzdem hat sie es gemacht.
So ist sie aus meiner Welt verschwunden. Und nur noch ihre Tochter und deren Spielzeuge interessierte mich. Ich habe angefangen ihre Tochter zu „beklauen“, mehr unabsichtlich. Ich habe einfach die schönen Spielsachen mitgehen lassen.
Doch leider verlief es so, das meine Mutter das irgendwie herausgefunden hat, das ich doch bei der Frau auf Besuch war (Sie ist mir wohl wie so viele male hinterher spioniert). Und darum durfte ich ab dann wieder Zuhause sein, weil sie Angst hatte das ich wieder jemanden etwas erzähle.
Das fand ich viel besser, Zuhsause zu sein. Dort konnte man Zeichnen und hatte Ruhe.

Doch leider besass ich nie Spielzeuge, nur die geklauten. Aber das war nicht viel.
Meine Mutter hat mir jegliches Anrecht darauf Verboten, seit meiner Geburt.
Ein Hassobjekt, also meiner Mutters personalisierter Schlechter Teil, hatte nichts verdient.
In diesem übertragenen Sinn, schädigte sie damit sich selbst.
Weil sie ja nicht mich sah, sondern ihr schlechter Teil, den sie nicht in sich selber aushielt und ihn darum auf mich proijziiert.
Diesem Hassobjekt wird nichts zugestanden.
Es darf keine Freude empfinden, keinen Spass haben, nichts Essen, nicht schlafen, es soll leiden!

Während das „Königsobjekt“ (ich nenn das jetzt mal so) also meine Schwester, der Gute Teil von ihr darstellte. Ihr wurde alles gegeben, Liebe, Zuwendung…
Sie durfte später Schlafen gehen als ich, sie durfte mit der Mutter und ihrem Freund Fernseh schauen.
Sogar meine Weihnachtsgeschenke, die ich von Oma bekommen habe, hat sie bekommen.
Sie wurde liebevoll behandelt und doch stand sie unter Druck.
Meine Schwester spürte ganz bestimmt, das wenn sie sich nicht „konform“ verhalten würde, was ihr dann blühen wird.
Sie war bei allen Misshandlungen an mir dabei.
Der Druck der in einem solchen Menschen ist, ist sicher nicht sehr angenehm, selber immer Angst haben zu müssen auch einmal so derart misshandelt zu werden.

Jedenfalls liessen die Misshandlungen meiner Mutter dann etwas nach. Sie liess mich einfach in Ruhe.

Teilweise war ich aber dann so sehr depressiv, auch weil ich total alleine war, keinen Ansprechpartner für Fragen oder Probleme hatte. Keiner interessierte sich für mich.  Ich musste alles für mich alleine bewältigen, Schule, Hausaufgaben, die Probleme Zuhause und das schlimme Mobbing in  der Schule .

Ich „verschwand“ in der Masse.

Manchmal, wenn es ganz schlimm war, habe ich mich in Raum und Zeit verloren, jegliches Gefühl der Leibhaftigkeit war weg, ich fühlte mich wieder „flüssig“…. Aber die Hauptsache war, das die anderen Menschen mich einfach in Ruhe liessen. So erforschte ich alleine die Welt, zeichnete Türme die ich sah, wollte messen wie hoch sie waren, fand interessante Tiere die ich untersuchte und sezierte.

Ich habe dann einmal zu Weihnachten einen Radio geschenkt bekommen, welche Gnade! Und  mit dem hatte ich ein besseres leben. Ich habe die ganze Zeit in meinem Zimmer Musik gehört. Mir ging es gut, ich kannte jedes Lied, habe getanzt, gezeichnet, und keiner hat mich gestört, ich konnte die Zimmertür abschliessen…. und….ich lebte…es war das schönste Leben aller Zeiten…ohne jegliches Zeitgefühl…..Es sollte so nie Enden….Frieden für immer…
Allein…ruhig….Stille…der immer gleiche Takt der Musik.früher

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7 Kommentare zu “Das Jugendamt

  1. Liebe Sara, deine Geschichte ist so außergewöhnlich, dass ich sie für erfunden halten würde, wenn ich nicht wüsste, dass Autisten erhliche, wahrheitsliebende Menschen sind!
    Bitte erzähle weiter! Ich bin gespannt, wie du jetzt im Leben zurechtkommst.

    • Ja, Genau das sagen so viele zu mir, auch die Behörden mit denen ich später Kämpfte. Solche Aussagen, das sie erfunden wäre, tut mir in der Seele weh ehrlich gesagt. Ich denke die einzige Zeugin ist meine Schwester, nur sie weiss es noch wirklich wie es war.

      • Liebe Sara,

        es ist für uns neurotypischen Leute sehr schwer, uns in die Wahrnehmungsweise und Erlebniswelt von Autisten hineinzuversetzen. Ich denke, das wirst du nachvollziehen können, weil es dir umgekehrt sicher genau so ergeht.
        Aber es ist für uns ebenso schwer, uns in Menschen hineinzuversetzen, die grausam und unmenschlich handeln. Wir gehen ja immer von dem aus, wie wir selber sind. Ich bin selbst Vater und habe immer versucht, zu verstehen, was in meine Tochter fühlt und wie sie ihre Umwelt erlebt. Und es ist für mich ein wunderschönes Gefühl, wenn ich sie fördern oder ihr helfen kann. Wenn sie glücklich ist, dann macht mich das auch glücklich.
        Und deshalb kommt es mir so unbegreiflich vor, dass andere Eltern nicht so sind. So wird es auch anderen gehen, denen du deine Geschichte erzählst. Daher kommen solche Reaktionen, dass sie sagen: „Das kann doch gar nicht wahr sein!“
        Klar, dass dich das dann verletzt! Du hast schließlich wie jeder Mensch ein Recht darauf, ernstgenommen zu werden. Und auch gerade dann, wenn du in Not bist!
        Deswegen ist es wichtig, dass du deine Geschichte aufschreibst und hier in deinem Blog sichtbar machst! Es ist gut, dass du deine Leser damit konfrontierst, dass inmitten ihrer scheinbar so wohlgeordneten Welt unbegreifliche Dinge passieren und dass sie dafür sensibel werden müssen!

        Liebe Grüße, Ismael
        ____________________
        P. s.: Wenn es dich interessiert, lade ich dich ein, ein wenig in meinen Blogs zu stöbern:
        http://erdlingskunde.wordpress.com/
        http://textschiff.wordpress.com/

      • Danke für die Antwort, Ismael.
        Genau das wollte ich damit erreichen, die Leute konfrontieren. Ich möchte dafür kein Mitleid, sondern den Menschen die Augen öffnen, was versteckt sich da für absurdes Familiendrama, vielleicht auch neben seiner Haustür. Und das das Absurde ist etwas Allgegenwärtiges, das ist ja das schlimme. Nur sehen alle weg, weil niemand etwas damit zu tun haben möchte.
        Bei mir haben viele Menschen in meiner Kindheit und Jugend etwas bemerkt von der Misshandlung, (dazu später noch mehr in meiner Story) aber leider hat niemand gehandelt. Ich möchte all den Menschen zeigen, wie es Kindern geht, bei denen nicht (bzw. nicht effektiv genug) gehandelt wurde.
        Gerade die Absurdität hat diese Menschen abgeschreckt.

        Bitte, liebe Menschen. Seht dem Bösen auch mal ins Gesicht! Handelt, wenn ihr etwas seht, wenn Kindern etwas angetan wird! Traut euch! Helft den anderen Menschen in Not!

        Ausserdem habe ich mich in deinem Blog umgesehen. Du scheinst Interesse an christlichen Dingen zu haben. Meine Mutter bezeichnet sich auch als Christin, das finde ich sehr interessant. Als meine Eltenr noch zusammen waren, gingen sie mit mir in die Gemeinde. Und das obwohl sie mich vorher geschlagen hatten. Sie gingen dahin, als ob nichts wäre.
        Die restlichen Blogs finde ich ebenfalls gut geschrieben 🙂

      • Ja, Sara, ich bin ein ziemlich religiöser Mensch, denke ich. Aber mir ist natürlich auch klar, dass vieles von der christlichen Botschaft (Barmherzigkeit, Nächstenliebe usw.) nicht mal bei (sogenannten) Christen richtig angekommen ist. Aber das zu vertiefen, würde hier wohl zu weit führen.
        Noch ein Hinweis: Wenn du bei einem meiner Kommentare auf „bearbeiten“ klickst, erscheint in dem Fenster auch meine E-Mail-Adresse. Nur für den Fall, dass du mal etwas schreiben möchtest, was nicht für alle lesbar sein soll.

      • Ismael, hast du eine autistische Tochter?
        Meine Mutter kann nichts dafür, teilweise. Sie leidet ja eigentlich in ihrem inneren ja eigentlich unter ihren eigenen Traumas. Weisst du was seltsam ist? Ich liebe meine Mutter von ganzem Herzen. Ich weiss was sie bei ihren Eltern mit ansehen musste. Ich habe mir vieles erzählen lassen von meiner Oma. Gewalt war von meinem Opa aus an der Tagesordung und wie ich ja schrieb in Teil 1, viele Traumen werden einfach weiter gegeben weil keiner sie aufgelöst hat. Ich weiss sie wurde Christin weil sie sagte das sie sonst nicht überlebt hätte, all diese Gräueltaten und ihr eigenen Emotionen. Sie sagt, sie hat Jesus gefunden und er hat ihr geholfen von den Drogen weg zu kommen.
        Ich bin froh, das sie so überlebt hat., dennoch wünsche ich ihr mehr Eigentverantwortung.
        Leider ist sie krank und kann die Realität nicht so gut sehen. Ich wünsche ihr nur das beste und das sie Frieden mit Jesus findet.
        Ich bin nicht christlich aber ich interessiere mich für alle Menschen gleich. Christen wissen Dinge die andere nicht wissen und darum ist es sehr interessant für mich zu lernen.
        Weisst du, es ist so schade, vielen Menschen ist meine Offenheit irgendwie peinlich, sie fühlen sich unangenehm berührt durch meine Story.
        Aber mir tut es so gut, es einfach „heraus zu lassen“

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