Kindesmisshandlung

Kommen wir nun zu einem meiner härtesten Kapitel meiner Geschichte.

Nachdem ich ja begriffen hatte, das andere „denken“, oder zumindest ähnlich wie ich sind,  überkam mich ein komisches Gefühl. Ich begann, die anderen zu beobachten und sah, wie sie Gruppen bildeten.
Nur ich war nie in einer Gruppe.
Ich stand nur abseits.

Wenn ich es versucht habe, dann habe die anderen mich geschlagen. So zog ich mich wieder in mich zurück.
Jedoch, es war anders wie vorher.
Meine Noten wurden schlechter, weil meine Gedanken nur noch um die anderen Kreisten.
Ich hatte keine Lust mehr auf Schule, auf mein Leben.
Ich wollte gehen….weg gehen…sterben…nicht existieren.

Das alleine reichte aber nicht.
Da war ja noch meine Mutter.
Sie fing an mich hungern zu lassen, es gab kaum etwas zu essen. Wenn man Glück hatte gab es noch am Abend etwas, aber sonst den ganzen Tag nicht weil meine Mutter und ihr Freund so lange schliefen. Bis Mittags und noch länger.
Manchmal gab es aber auch Mittags etwas, je nachdem wie sie „bock“ hatten. Am Wochenende assen sie aber meistens am Mittag.
Für mich war das der Wahnsinn. ich hätte Struktur gebraucht. Ich hasste es.

Ich war spindelldürr, so nannten zumindest meine Schuler mich.
Was das genau hiess, wusste ich nicht. Ich hatte jedenfalls kaum Kraft für irgend etwas und dauernd ein komisches Gefühl im Magen und war Müde und lustlos.

Meine Mutter betrafte mich dann auf einmal, wenn ich Schokolade aus dem Kühlschrank nahm, weil ich so sehr Hunger hatte. Da Schläge bei einem schmerzunempfinlichen Autisten nichts bewirken, liess sie sich etwas anderes einfallen.
Sie kam zu mir und meinte, „Schläge bringen doch bei dir nichts mehr, komm, geh mal 20 Schokoladentafeln kaufen, ich treib dir die schon noch aus“

Im nächsten Abschnitt bitte ich den zart besaiteten Leser sich dem Text lieber abzuwenden, denn er beschreibt eine brutale Kindesmisshandlung.

Die zwanzig Schokoladentafeln musste ich auftürmen zu einem netten Turm. Meine Schwester musste dem ganzen zusehen. Dann musste ich sie beginnen zu essen. Eine nach der anderen.
Ich fühlte nach kurzer Zeit schon, wie mein Körper anfing, sich gegen den zähen Zuckerbrei zu wehren und ich musste mich übergeben.
Dazu musste ich immer wieder auf die Toilette rennen,
Das wurde meiner Mutter schnell zu blöd, so stelle sie einen Eimer hin, damit ich das Erbrochene gleich da loslassen konnte.

Ich fühlte mich voller Panik, ich hatte wirkliche Todesangst in mir. Ich dachte, sie bringt mich jetzt dann gleich um. Immer wieder fühlte ich den Tod und hoffte auf dessen Erlösung. Ich war es gewohnt, dem Tode nahe zu sein. Ich dachte, irgendwann kommt er….
ich wollte gehen…sterben…nicht existieren….

Leider fing ich immer mehr an zu zittern. Erst im nachhinein habe ich mich informiert, das Schokolade etwas Coffeinähnliches enthält.
Mir wurde sehr schlecht, und mein Kreislauf brach fast zusammen.
Erst, als ich fast nicht mehr konnte, durfte ich aufhören.
Und ehrlich gesagt, endet da auch meine Erinnerung.
Denn danach bin ich wohl geistig für mehrere Wochen abgedriftet.
Das war wohl auch besser so.

Die ganze Prozedur wiederholte sich dann noch einmal, diesmal mit Rührei, und zwar aus dem gleichen Grund wie bei der Schokolade, weil ich hunger hatte und mir essen aus dem Kühlschrank genommen hatte.

Sie liess mich Absichtlich hungern, damit sie mich dann so brutal bestrafen konnte. Ich war ihr absolutes Hassobjekt, welches sie beliebig quählen konnte.

Sie sah in mir nicht mich, nein, sie sah ihr psychotisches Abbild von sich selbst, sozusagen ihr schlechter Teil, den sie in mir bekämpfen wollte (das ist Psychologie, ich gehe da nicht näher darauf ein)

In dem sie dann so viele Rühreipfannen zubereitete, die ich alle essen sollte, fühlte sie sich wohl richtig mächtig mir gegenüber, man konnte ihre sadistische Vorfreude förmlich an ihren angepsannten Lippen ablesen. Und wie rot ihr Kopf doch immer wurde, wenn sie mich doch quählen konnte. Der Sadismus machte sie an.

Das sie das nochmals mit Rührei machte, war schlimm, denn ich konnte Ei nicht gut verdauen, desshalb hat sie extra diese Speise ausgesucht.
Ich hatte sehr schlimme Bauchkrämpfe.

Meiner Mutter schien das Spass zu machen. Meiner Schwester aber gar nicht. Ich hörte zwischendrin ihr weinen. Und dies machte mich fast verrückt. Sie quählte nicht nur mich, sondern auch sie damit.

Dann kam eine Zeit, in dieser schickte sie mich immer nur „raus“ Das hiess also, wenn wir frei hatten (Ferien, Wochenende etc.) dann musste ich zumindest (Wie es bei meiner Schwester war weiss ich nicht mehr), raus in die Natur.
Und zwar am Morgen früh aufstehen und ohne Essen einfach rausgeschickt und durften erst am Abend wieder nach Hause kommen.
Ich habe immer furchtbar gefroren und sehr hunger gehabt. Mein Magen tat weh, meine Arme taten mir weh. Manchmal legte ich mich hin auf den kalten Waldboden und wollte einfach nicht mehr aufwachen.
Ich ass aus lauter Schwäche Weizen, die an den Feldern standen, und Beeren an den Waldrändern, auch Haselnüsse, alles was in unserer Schweiz so wächst.
Ich lernte auch verschiedene Tiere kennen, und Pilze. Die Natur.

Schlussendlich landete ich auf einem Bauernhof, wo ich mich den Katzen anschloss, mit ihnen ihr Trockenfutter ass und selbst zu einem Tier wurde. Seit dieser Zeit, sehe ich mich als Tier, nicht mehr als Mensch.
Sie gaben mir Familie.
Es war schön, endlich ein Zuhause zu haben. Jedoch verlor ich immer mehr den Bezug zur Realität.

Irgendwann kam mal eine Frau vorbei, im Wald, mit einem Kind. Sie sprach mich an, ich rannte weg und fauchte. Ich tat es, wie die Katzen es taten, wenn ich schon nicht sprechen konnte.

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